Energetische Sanierung - Maßnahmen und Fördermöglichkeiten

 

Der Energieverbrauch hat in den letzten Jahrzenten drastisch zugenommen und das nicht nur in Deutschland und anderen Industriestaaten, sondern auf der ganzen Welt. Noch immer stellen fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas die Hauptquellen zur Energiegewinnung dar. Doch deren Vorkommen nimmt nach und nach stetig ab.

Zudem hat die Verbrennung der fossilen Brennstoffe eine enorme Auswirkung auf die Klimaentwicklung. Um dem entgegenzuwirken, ist das Thema energetische Sanierung für alle Immobilieneigentümer unumgänglich. Eine energetische Sanierung reduziert nicht nur den Verbrauch an fossilen Brennstoffen, sondern dämmt zusätzlich den Bedarf an Energie ein und spart damit bares Geld.

 

Energetisch Sanieren mit erneuerbaren Energien

Notwendigkeit einer energetischen Sanierung

Mit dem Fortschritt der Technik und dem Aufkommen immer mehr nützlicher elektronischer Helfer, nimmt der Bedarf an Energie stetig zu. Neben den vielen technischen Neuheiten verbrauchen gerade auch veraltete Geräte und Anlagen viel Energie. Mit dem steigenden Bedarf an Energie erhöht sich auch die CO2-Konzentration, welche einen großen Einfluss auf die Umwelt und vor allem auf die Klimaerwärmung hat.
Folglich ist die energetische Sanierung nicht nur eine Maßnahme zum Einsparen von Energie und damit Energiekosten, sondern trägt einen wichtigen Teil zum Klimaschutz bei.

 

Maßnahmen zur energetischen Sanierung

Energetisch sanieren mit Wärmedämmung

Bei der Wärmedämmung unterscheidet man in drei wesentliche Bereiche:

Außendämmung
Energetisch Sanieren mit Außendämmung
Außendämmung

Die Außendämmung definiert den Aufbau der Außenwand durch zusätzliche Dämmmaterialien. Diese Art der Wärmedämmung wird vielfach durch die Verwendung von Wärmeverbundsystemen vollzogen. Zur Außendämmung zählt bei Notwendigkeit auch der Austausch der Fenster. 

Innendämmung
Verschiedene Dämmmaterialien für die Wärmedämmung
Innendämmung

Die Innendämmung bezieht sich auf alle Dämmungsmaßnahmen, die im Haus durchgeführt werden. Darunter fallen die Dachdämmung, die Dämmung von Geschossdecken und die Innenwanddämmung. Notwendigkeit auch der Austausch der Fenster.

Kerndämmung
Kerndämmung in der Baupraxis
Kerndämmung

Bei der Kerndämmung werden die Dämmstoffe zwischen den Schalen des Mauerwerks einer Außenwand angebracht. Diese Form der Wärmedämmung ist überwiegend in Norddeutschland zu finden, da dort ein mehrschaliges Mauerwerk in der Baupraxis gängig ist.

Das Wichtigste bei einer Wärmedämmung ist die fachgerechte Ausführung, welche die physikalischen Gegebenheiten der Fassade berücksichtigt. Beispielsweise bei der Dämmung der Außenwände und dem Austausch der Fenster sollte darauf geachtet werden, dass die Fenster trotzdem die kälteste Stelle der Fassade darstellen. Ist dies nicht der Fall und die Wand selbst ist die kälteste Stelle, kann dies dazu führen, dass sich an der Wand Feuchtigkeit niederlegt, wodurch Schimmel entstehen kann. Auch beim Einsatz von Mineralwolle ohne Dampfsperre können bei der Innendämmung ähnliche Probleme auftreten. Solche Schwierigkeiten lassen sich jedoch durch eine vorherige Begutachtung eines Energieberaters ausschließen.

Maßnahmen zur energetischen Sanierung

Austausch der Fenster zur Minimierung der Wärmeverluste

Vor allem alte Fenster führen als Wärmebrücke oft zu erheblichen Wärmeverlusten, woraus erhöhte Heizkosten resultieren. Diese Wärmeverluste lassen sich durch den Einbau von mehrschichtigen Isolierglas-Fenstern mindern. Der hohe Wärmeschutz von Isolierglas entsteht überwiegend durch das Edelgas, welches sich im Zwischenraum der Isolierglasscheiben befindet. Zudem reflektieren die Fensterscheiben die Wärmestrahlung, wodurch ein weiterer Wärmeverlust eingedämmt wird. Neben der Scheibe spielt auch der Rahmen eine wichtige Rolle.

Austausch der Fenster zur Minimierung der Wärmeverluste

Dieser sollte den gleichen Wärmedurchlasswiederstand aufweisen wie die Fensterschieben selbst. Aus ökologischen Gründen sollte dabei auf die Verwendung von Tropenholz verzichtet werden. Dabei helfen moderne Fenster nicht nur bei der Reduzierung von Wärmeverlusten, sondern können auch zur Wärmegewinnung beitragen.
Im Winter können große nach Süden ausgerichtete Fenster bei einer günstigen Sonneneinstrahlung zur Wärmegewinnung genutzt werden. Im  Sommer hingegen können diese großen Fensterflächen die Räume eventuell überhitzen, wodurch ein Sonnenschutz, eine Lüftung oder eine Klimatisierung notwendig wird. Solche Wechselwirkungen sind sowohl für die Planung eines Neubaus als auch für die Altbausanierung zu beachten.

 

Heizen mit erneuerbaren Energien

Die Verbrennung fossiler Brennstoffe lässt sich durch den Einsatz von erneuerbaren Energien reduzieren oder ganz vermeiden. Zudem wird der Ausstoß von Kohlendioxid, welches durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, verringert. Erneuerbaren Energie lässt sich durch Solarwärme, Biomasse oder eine Wärmepumpe erzeugen.

Für die Nutzung von Solarwärme wird eine solarthermische Anlage benötigt, deren auf dem Dach angebrachte Kollektoren die Sonnenstrahlung in nutzbare Wärme umwandelt. Diese wird von einem Wasser-Frostschutzgemisch aufgenommen und von der Umwälzpumpe in einen Wasserspeicher umgeleitet. Danach wird die Wärme im Speicher über einen Wärmetauscher ins Trinkwasser abgegeben. In der Regel reicht die Solarwärmeanlage komplett für die Trinkwassererwärmung im Sommer. Im Winter wiederum muss dennoch durch die Heizung nachgeholfen werden. Folglich ist eine Solaranlage in der Lage, die Erwärmung des Trinkwassers bis zu 70 Prozent zu übernehmen. Der Heizwärmebedarf wir jedoch nur von größeren Anlagen, und dann auch nicht vollständig, mit abgedeckt. Die zur Solarwärmegewinnung benötigten Kollektoren sollten im Idealfall in einem 45-Grad-Winkel zur Südseite angebracht werden.

Kreislauf energetischer Maßnahmen

Biomasse kann aus speziell angebauten Energiepflanzen, Holz oder aus Reststoffen wie Stroh, Ernteabfälle, Biomüll und Gülle gewonnen werden. Zur Wärmeerzeugung in Privathaushalten eignet sich allerdings nur der Einsatz einer Pelletheizung, in der Presslinge aus naturbelassenem Restholz verbrannt werden. Durch diese Pellet-Zentralheizungen können die herkömmlichen Öl- und Erdgasheizsysteme abgelöst werden. Zudem sind die umweltfreundlichen Pelletheizungen gleichermaßen anwenderfreundlich.

Technisch ausgereift und auch zuverlässig sind Heizungen mit Wärmepumpen, welche bereits seit circa 30 Jahren eingesetzt werden. Diese Heizungsanlagen nehmen die Wärme entweder aus dem Grundwasser des Erdreiches oder aus der Umgebungsluft auf und geben diese an die Heizungen oder das zu beheizende Wasser ab. Da die Temperaturen im Grundwasser des Erdreiches konstanter sind, sind Erdwärmepumpen effizienter als Pumpen, die ihre Wärme aus der Umgebungsluft beziehen.

 

Dezentrale Lüftungsanlagen zum Wärmeerhalt

Dezentrale Lüftungslagen produzieren zwar keine Energie oder Wärme, sie sind jedoch sehr hilfreich, um die Wärme und die frische Luft im Haus zu halten. Durch den Einbau von dezentralen Lüftungssystemen werden die Innenräume stets mit frischer Luft versorgt, ohne dass ein Fenster zum Lüften geöffnet werden muss. Dadurch wird vor allem im Winter verhindert, dass die warme Raumluft durch das Öffnen der Fenster nach außen entweicht. Das dezentrale Lüftungssystem transportiert die verbrauchte Luft und die darin enthaltene überschüssige Feuchtigkeit nach draußen ab und liefert im Gegenzug frische neue Luft. Durch den in der Anlage verbauten Keramikwärmespeicher wird zusätzlich die in der Abluft vorhandene Wärme zu großen Teilen zurück an den Raum abgegeben, wodurch ein Wärmeverlust weitgehend vermieden wird. Mehr über das Prinzip der Wärmerückgewinnung erfahren Sie hier.

Dezentrale Lüftungsanlagen von inVENTer zum Wärmeerhalt

 

Energieberatung im Zuge einer energetischen Sanierung

Energieberatung vor der Sanierung

Bevor eine energetische Sanierung der eigenen vier Wände in Angriff genommen wird, sollte ein Energieberater zur Rate gezogen werden. Dieser hilft, den konkreten Ist-Zustand der Immobilie festzustellen und daraus die entsprechenden Maßnahmen abzuleiten.
Energieberatungsangebote der Verbraucherzentrale sind eine kostengünstige Variante.
Diese sind im Internet mit einer jeweiligen Webseite oder auch mit mehreren Beratungsstellen pro Bundesland vertreten. Die Verbraucherschutzzentralen befassen sich mit jeglichen Themen zur Optimierung des privaten Energieverbrauchs wie Wärmeschutz, Stromsparen oder Heizungstechnik. Eine Beratung ist dabei sowohl in der Beratungsstelle als auch im eigenen Haus vor Ort möglich. Diese bieten einen Basis-, Gebäude-, Heiz-, Solarwärme- oder Detail-Check des eigenen Hauses an. Die Leistungen kosten zwischen 10 und 40 Euro.

Wer eine ausführlichere Beratung benötigt, muss dafür etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Dabei sollte ein von der BAFA zugelassener Energieexperte beauftragt werden, da diese Beratung förderfähig ist und somit mit bis zu 60 Prozent bezuschusst werden kann. Die Förderung muss dabei der Berater selbst beantragen.

 

Förderprogramme zur energetischen Sanierung

Die energetische Sanierung stellt für Hauseigentümer nicht zwangsläufig eine Wahlmöglichkeit dar. Durch die EnEV (Energieeinsparverordnung) werden Hauseigentümern auch gewisse Pflichten zur energetischen Sanierung auferlegt. Dementsprechend gibt es verschiedene Förderungen für Maßnahmen zur energetischen Sanierung. Die Hauseigentümer, welche die Mindestanforderungen der EnEV übererfüllen, werden dabei besonders gefördert. In Verbindung mit der Förderbank KfW können zinsgünstige Kredite für ein Vorhaben der energetischen Sanierung aufgenommen werden. Diese stützen sowohl einzelne Sanierungsmaßnahmen als auch vollständige Sanierungen. Zudem kann eine höhere Kreditsumme aufgenommen werden, wenn das Vorhaben die Ansprüche an das „KfW Effizienzhaus“ erfüllt. Neben Krediten bietet die KfW einen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Zuschuss für alle, die energetische Sanierung ganz ohne einen Kredit stemmen.

Förderprogramme zur energetischen Sanierung

Fazit - Energetische Sanierung

Das Eigenheim energetisch auf den neusten Stand zu bringen, verursacht zunächst relativ hohe Kosten, dabei kann man durchaus von einer echten Investition sprechen. Aber auch der Besitz von veralteten Anlagen wird immer kostenintensiver, da aufgrund der zunehmenden Knappheit die fossilen Brennstoffe immer teurer werden. Mittel- bis langfristig ist die energetische Sanierung damit auch finanziell lohnenswert. Außerdem kann die Wertsteigerung der eigenen Immobilie, welche durch die energetische Sanierung geschaffen wurde, als Vorteil betrachtet werden. Zudem steigt die Wohnbehaglichkeit im eigenen Haus, da eine fachlich ausgeführte Wärmedämmung positive Nebeneffekte, wie beispielsweise Schall- und Feuchtigkeitsschutz, mit sich bringt. Außerdem verbessert eine energetische Sanierung in vielen Fällen sowohl den Brandschutz als auch die Lebenszeit der Bausubstanz des Hauses.

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