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Energiesparendes Bauen – die luftdichte Gebäudehülle

Durch die zunehmende Knappheit fossiler Brennstoffe gewinnt das Vorhaben, Energie einzusparen immer mehr an Bedeutung. Um dieses Vorhaben zu realisieren, gilt vor allem das energiesparende Bauen als wichtige Maßnahme. Diese wurde bereits im Jahr 1976 im Zuge der Ölkrise erstmals durch das Energieeinsparungsgesetz eingeführt und später in der Energieeinsparverordnung (EnEV) weiterentwickelt. Heute gilt an ihrer Stelle das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das sämtliche Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten und Bestandsgebäuden bündelt.

Was genau unter dem Begriff des energiesparenden Bauens verstanden wird, wie groß dessen Nutzen und Potenzial ist und welche konkreten Maßnahmen sich aus diesem Begriff ergeben, erläutert der folgende Artikel.

Warum lohnt sich energieeffizientes Bauen?Die Vorteile von energiesparendem Bauen im Überblick

Was bedeutet energiesparendes und klimafreundliches Bauen?

Energieeffizientes Bauen verfolgt das Ziel, den Energiebedarf eines Gebäudes so weit wie möglich zu reduzieren. Dies geschieht vor allem durch eine hochgedämmte, luftdichte Gebäudehülle, die Wärmeverluste über Mauerwerk, Fenster, Dach, Bodenplatte und Fugen deutlich minimiert. Eine gute Gebäudehülle bildet damit die Grundlage für niedrige Heizkosten und schützt zugleich vor Feuchteschäden.
Dabei geht es nicht nur darum, Energie zu sparen, sondern darum, ein Gebäude komplett ohne fossile Energieträger zu betreiben. Im Idealfall erzeugt das Haus sogar mehr Energie, als es selbst für Heizung, Warmwasser und Lüftung benötigt – also ein Plus-Energie-Konzept. 

Eine zentrale Rolle spielt dabei die eigene Stromproduktion, meist über eine Photovoltaikanlage. Sie ermöglicht es, Haustechnik wie Lüftung, Warmwasserbereitung oder moderne Heizsysteme vollständig strombasiert und bei Nutzung erneuerbarer Energien fossilfrei zu betreiben. Klimafreundliches Bauen verbindet also die klassische energiesparende Gebäudehülle mit einem ganzheitlichen Energiekonzept, das auf Effizienz, Eigenstromnutzung und nachhaltiger Haustechnik basiert.

Nutzen und Potenzial des energiesparenden Bauens​

Die Privathaushalte bieten ein großes Potenzial, Energie einzusparen, denn 82 Prozent des Energieverbrauchs in Privathaushalten entfallen auf die Heizung und die Erzeugung von Warmwasser. Rund zwei Drittel des gesamten Energieverbrauchs privater Haushalte entfallen allein auf die Raumwärme. Um dieses Potenzial zu nutzen, erhöhen sich vor allem die Ansprüche an das Bauwesen. Diese beziehen sich überwiegend auf eine dichtere Bauweise durch eine bessere Dämmung des Mauerwerks, der Fenster, Dächer, Bodenplatten und der Fugen.

Bauliche Maßnahmen - Energie- und Wärmeverluste verhindern
Hierbei spricht man in der Gesamtheit von einer „luftdichten Bauweise“, die Energie- und Wärmeverluste verhindern soll. Eine hochwertige Gebäudehülle schafft aber nicht nur die Grundlage für ein energieeffizientes Gebäude, sondern macht auch klimafreundliche und sogar klimaneutrale Konzepte möglich. Durch die starke Reduktion der Heizlast – besonders in Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – kann moderne Haustechnik wesentlich effizienter arbeiten. Doch bieten nicht nur Neubauten, welche meist nur noch ein Viertel des Heizwärmebedarfs im Vergleich zu Bestandsgebäuden aufweisen, eine große Chance, den Bestand fossiler Brennstoffe zu schonen und den Energiebedarf zu senken. Betrachtet man nur den Energieverbrauch der Bestandsgebäude in Deutschland, lässt sich auch hier das erhebliche Einsparungspotenzial durch eine Gebäudesanierung leicht erkennen.
Neben der Einsparung von Energie und dem Erhalt fossiler Ressourcen kommt zusätzlich ein Kostenvorteil hinzu, der sich durch das energiesparende Bauen ergibt. Die deutlich geringere Heizlast ermöglicht nicht nur niedrigere jährliche Betriebskosten, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, langfristig wartungsarme, langlebige und ressourcenschonende Haustechnik einzusetzen.

Wer energiesparend baut, senkt nicht nur den späteren Verbrauch, sondern schafft auch die Grundlage für eine Haustechnik, die einfacher, potenziell langlebiger und nachhaltig ressourcenschonender ist. Dadurch rückt neben dem Energiebedarf im Betrieb auch die sogenannte graue Energie in den Fokus. Sie umfasst die Energie, die bereits für Herstellung, Transport, Einbau und späteren Austausch von Baustoffen und Haustechnik aufgewendet wird. Je geringer dieser versteckte Energieeinsatz und je langlebiger die eingesetzten Komponenten, desto nachhaltiger ist das gesamte Gebäudekonzept: vom ersten Bauteil bis über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Welche Vorgaben und Kenngrößen gibt es beim Energiesparenden Bauen? Das sollten Sie beachten, wenn Sie klimafreundlich bauen möchten

Wie können die Bauteile miteinander verglichen werden? – Der U-Wert

Eine Vergleichbarkeit aller Bauteile wird über den U-Wert hergestellt. Dieser Wert gibt an, welcher Wärmestrom (angegeben in Watt) bei einer Temperaturdifferenz von je einem Kelvin gemessen auf einen Quadratmeter zwischen Innen- und Außenwand hindurchfließt. Daraus ergibt sich die Einheit Watt pro Quadratmeter und Kelvin, kurz W/(m²K). Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung und desto geringer sind die Wärmeverluste des Bauteils.

Nauweise nach EnEV und 1946-6 planen

Was schreibt das GEG vor?

Mit Hilfe des U-Wertes wurden durch das GEG (Gebäudeenergiegesetz), verschärfte Anforderungen für die einzelnen Bauteile eines Gebäudes festgelegt. Dies führte dazu, dass bei einer Sanierung oder einem Neubau inzwischen nur noch bestimmte Bauteile verwendet werden dürfen, die vorgeschriebene U-Werte einhalten. Für Außenwände beispielsweise liegt der U-Wert für Neubauten laut GEG bei maximal 0,24 W/(m²K). Durch welche Maßnahmen dieser Wert eingehalten wird, bleibt jedoch dem Energieberater oder Architekten überlassen. Vorgaben und Maßnahmen wie für die Außenwände existieren für nahezu alle Bauteilgruppen eines Gebäudes. Werden die GEG-Vorgaben in ihrer Gesamtheit erfüllt oder ist ein entsprechendes Sanierungsvorhaben geplant, kann dieses z.B. durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) förderfähig sein. 

Der Energiebedarf als zentrale Kenngröße für die Energieeffizienz

Eine weitere Kenngröße, welche beim energiesparenden Bauen und durch die GEG herangezogen wird, ist der Endenergiebedarf. Dieser wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, kurz kWh/(m²a), gemessen. Wie beim U-Wert gilt auch hier: je niedriger der Endenergiebedarf, umso energiesparender ist das Gebäude. Bekannt ist diese Kenngröße vor allem durch die Energieausweise, welche für Immobilien ausgestellt werden. Mittlerweile müssen die energiebezogenen Angaben dieses Ausweises selbst bei Zeitungsinseraten mit angegeben werden, um eine Transparenz für den Endkunden zu schaffen.

Wird in der heutigen Zeit ein Wohngebäude geplant, muss dabei eine Vielzahl von Punkten berücksichtigt werden:

Wohngebäude energiesparend bauen

Energieausweis nach GEG: Vergleichbarkeit und Gültigkeit

Wird zum Vergleich des Energieverbrauchs ein Energieausweis herangezogen, ist dort unter anderem der Primärenergiebedarf angegeben. Dieser Wert wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m²a)) ausgewiesen und häufig zusätzlich in einer Farbskala von Grün (geringer Energiebedarf) bis Rot (hoher Energiebedarf) dargestellt. Der Primärenergiebedarf berücksichtigt dabei nicht nur den tatsächlichen Energieverbrauch im Gebäude, sondern auch den vorgelagerten Energieaufwand zur Bereitstellung des jeweiligen Energieträgers.
Seit Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wurden die Anforderungen an Gebäude vereinheitlicht und die zuvor getrennten Regelwerke (EnEV, EnEG und EEWärmeG) zusammengeführt. Dadurch sind Energieausweise heute besser vergleichbar, sofern sie nach dem GEG ausgestellt wurden. Dennoch ist beim Vergleich verschiedener Gebäude darauf zu achten, wann der Energieausweis erstellt wurde, da ältere Energieausweise noch auf früheren gesetzlichen Grundlagen beruhen können.
Ein Energieausweis besitzt eine Gültigkeit von zehn Jahren. Deshalb können auch heute noch gültige Energieausweise existieren, die auf älteren Berechnungsgrundlagen basieren und energetische Kennwerte anders darstellen als aktuelle Ausweise nach dem GEG. Für eine realistische Bewertung der Energieeffizienz eines Gebäudes sollten daher sowohl die ausgewiesenen Kennzahlen als auch das Ausstellungsdatum des Energieausweises berücksichtigt werden.

Betrachtung einzelner Bauteile​Vorgaben und Maßnahmen für ein energiesparendes Mauerwerk​

Ausrichtung und Zonierung eines Gebäudes

Der Punkt Ausrichtung und Zonierung eines Gebäudes bezieht sich auf die Ausrichtung der Räume nach den Himmelsrichtungen. Hierbei lohnt es sich, Räume mit einem geringen Heizbedarf in Richtung Norden anzusiedeln, wie beispielsweise Schlafzimmer und Treppenaufgang. In Richtung Süden und Westen kann von dem langen Sonneneinfall profitiert werden, weshalb es günstig ist, das Wohnzimmer auf dieser Seite zu platzieren. Befindet sich beispielsweise das Wohnzimmer auf der Nordseite, muss nicht nur viel geheizt, sondern auch das Licht eher eingeschaltet werden.

Vorgaben und Maßnahmen für ein energiesparendes Mauerwerk​

Maßnahmen für energiesparendes Mauerwerk

Mauerwerke, die in der Vergangenheit errichtet wurden, weisen einen U-Wert von bis zu 2,2 W/(m2K) auf. Ein solch hoher Wert zieht einen hohen Energieverlust nach sich. Ein Mauerwerk kann durch ein Wärmedämmverbundsystem mit einer Stärke von 16 Zentimetern nachgerüstet werden. Die Verbesserung des Wärmeverlusts beträgt unter der verschiedenen Gesichtspunkten von 29-41 Prozent, selbst ohne Berücksichtigung des geänderten Wärmebrückenzuschlages.
Weitere Gütemerkmale sind die Wärmeleitfähigkeit und die Unterteilung der Steine nach ihrer Rohdichte. Wie zuvor bereits erwähnt, beträgt der maximale U-Wert für Außenwände von Wohngebäuden 0,24 W/(m2K). Werden nun die Datenblätter der Hersteller von verschiedenen Aufbauten der Wandelemente betrachtet, ist zu erkennen, dass sich die Industrie simultan mit den Vorgaben der Politik entwickelt.

Die meisten Hersteller stellen Wandelemente bereit, welche die GEG-Vorgaben bereits ohne eine zusätzliche Dämmung erfüllen. Dies können zum Beispiel Hohllochziegel sein, bei denen die Hohlräume mit Dämmmaterial gefüllt sind. Eine zweite Variante sind Porenbeton-Plansteine, bei denen unter Verwendung von Leichtmörtel die Rohdichte verringert wird. Zudem sind auch Außen- und Innenputz Bestandteile der Wände. Dabei bietet der Markt für jeden Bedarf spezielle Arten von Putz, wie z. B. Wärmedämmputz, wasserabweisende Putze und auch Kunstharzputze, welche meist im Verbau miteinander als Unter- oder Oberputz verwendet werden. Diese können verschiedene Wärmeleitfähigkeiten haben und somit den Primärenergiebedarf senken.

Vorgaben und Maßnahmen für ein energiesparendes Dach

Maßnahmen für energiesparende Dächer

Vorgaben und Maßnahmen für ein energiesparendes Dach
Für eine Dämmung des Dachs wurden in der Vergangenheit Dämmmaterialien in die Zwischendecke, dem Bereich zwischen Dachboden und der darunterliegenden Etage, geschüttet. Heute findet man in Zwischendecken Mineralwolle bis zu einer Stärke von 26 Zentimeter, um die Wärmeverluste so klein wie möglich zu halten. Hierfür ist auch das fachgerechte Verbauen aller Schichten wie Zwischensparren, Konterlattung oder auch Gipskartonplatten besonders wichtig, sodass die Dampfbremse ohne Schäden in das Dach eingebaut werden kann.
Durch die frühere Wärmeschutzverordnung, die EnEV und nun dem GEG erhöhte sich fortwährend der Anspruch an die Wärmedämmung. Durch diesen steigenden Anspruch an die Dämmung des Daches wird auch hier der Bau oder die Nachrüstung zu einer dichten Gebäudehülle gefördert. Der Richtwert U liegt bei 0,20 W/(m2K). Folglich soll auch ohne Mauersteine der gleiche geringe Wärmeverlust durch Baukomponenten wie Dämmwolle und Holzsparren erreicht werden.

Vorgaben und Maßnahmen für energiesparende Fenster

Im Jahre 1977 bestand die Vorgabe für Fenster in einem Aluminium- und Stahlprofil bei einem U-Wert von 3,5 W/(m2K). Das GEG wiederum sieht einen maximal zulässigen Wert von 1,3 W/(m2K), ohne dass das Material des Fensterrahmens unterteilt wird. Für die Verglasung ist ein separater Wert von 1,1 W/(m2K) festgelegt. In der Gesamtheit von Rahmen und Verglasung sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass das Fenster einen Wert von 1,3 W/(m2K) aufweist. Die Luftdurchlässigkeit von Fenstern wird mittlerweile durch die DIN 12207 in die Klassen 1 bis 4 eingeteilt, wobei die Klasse 4 für den geringsten unkontrollierten Luftaustausch steht.

Maßnahmen für energiesparende Fenster

Des Weiteren spielt auch der Einbau der Fenster und der Fensterbank in das Mauerwerk und die dazu verwendeten Materialien in Bezug auf die Luftdichtigkeit eine große Rolle. Hierbei ist die Zugerscheinung, welche meist unter der Fensterbank auftritt, ein typisches Phänomen. Diesen Zug gilt es zu vermeiden, wodurch der Bedarf einer kontrollierten Wohnraumlüftung immer mehr in den Fokus rückt.
Um einen solchen Zug festzustellen und auch zu messen, gibt es den Blower-Door-Test, auch Luftdichtigkeitsmessung genannt. Für diesen Test wird das Bauobjekt durch Ventilatoren mit 50 Pascal Unter- und Überdruck gesetzt. Hieraus bildet sich der n50-Wert, welcher aufzeigt, wie hoch oder niedrig die Leckagen der gesamten Gebäudehülle sind. Das Wort Leckage ist ein Synonym für das Wort Leck oder Loch. Wird das Bauvorhaben durch die KfW gefördert, ist die Durchführung des Tests zwingend notwendig.

Moderne Haustechnik als Ergänzung zur energieeffizienten GebäudehülleWarum Technik und Gebäudehülle im Zusammenspiel gedacht werden müssen

Wieso ist eine eigene Stromproduktion ein wichtiger Baustein beim klimafreundlichen Bauen?

Durch eine hochwertige und luftdichte Gebäudehülle sinkt der Energiebedarf eines Hauses deutlich. Wird dieser geringe Restbedarf anschließend mit selbst erzeugtem Strom, meist durch eine Photovoltaikanlage, gedeckt, entsteht ein besonders effizientes und klimafreundliches Gebäudekonzept. Moderne Haustechnik arbeitet zunehmend elektrisch, etwa mithilfe von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Warmwasser-Wärmepumpen oder alternativen Heizsystemen für niedrige Heizlasten. Eine eigene Stromproduktion macht es möglich, einen großen Teil des Energiebedarfs direkt vor Ort zu decken, die Betriebskosten zu senken und das Gebäude langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern zu betreiben.

Vorteile der eigenen Stromproduktion (mit PV) auf einen Blick

Hoher Eigenverbrauchsanteil:

Ein Großteil des jährlichen Strombedarfs kann selbst erzeugt werden.

Geringere Betriebskosten:

Weniger Stromzukauf, vor allem in den Sommer- und Übergangsmonaten.

Unabhängigkeit von fossilen Energien:

Die Haustechnik kann vollständig elektrisch betrieben werden.

Klimafreundlichkeit

Eigenstrom reduziert CO₂-Emissionen im Betrieb deutlich.

Wirtschaftlichkeit:

Durch die geringe Heizlast moderner Gebäude wird PV-Strom besonders effektiv genutzt.

Zukunftssicherheit

Hohe Energiepreise wirken sich auf energieautarke Gebäude deutlich weniger aus.

Heizlast und die Rolle der Lüftung: Warum sollten Lüftung und Photovoltaikanlage zusammen gedacht werden?

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung trägt entscheidend dazu bei, die verbleibende Heizenergie weiter zu reduzieren. Durch das Rückgewinnen der Wärme aus der Abluft können die Heizlasten in modernen Gebäuden stark sinken, teilweise um bis zu zwei Drittel. Dadurch wird nicht nur die luftdichte Gebäudehülle optimal ergänzt, sondern auch der Einsatz kleinerer, effizienter Haustechnik ermöglicht. Je geringer die Heizlast, desto besser lässt sich das Gebäude mit selbst erzeugtem Strom betreiben, insbesondere in den Übergangszeiten und Sommermonaten.

Was sind die Vorteile von moderner Haustechnik gegenüber klassischen Systemen?

Klassische Lösung (z. B. WP + Fußbodenheizung)
Moderne strombasierte Lösung (z. B. IR + Lüftung + Warmwasser-WP)
Heizlast-Anforderung
Funktioniert auch bei hoher Heizlast
Optimal bei sehr niedriger Heizlast
Investitionskosten
Höher (Wärmepumpe, Verrohrung, FBH, Installation)
Geringer (einfachere Komponenten, keine wasserführenden Heizkreise)
Wartung
Regelmäßige Wartung nötig (WP + Wasseranlage)
Sehr gering (IR kaum wartungsbedürftig)
Komplexität des Systems
Hoch – viele Gewerke, viele Bauteile
Niedrig – wenige Kernkomponenten
Strombedarf
Effizient, aber abhängig von Betriebsweise und Außentemperatur
Geringer Restbedarf durch WRG + Eigenstrom gut nutzbar
PV-Nutzung
Möglich, aber nicht immer optimal
Sehr effizient: Strombasierte Komponenten nutzen PV besonders gut
Graue Energie
Hoch (viel Material, Herstellung energieintensiv)
Gering (weniger Technik, weniger Materialeinsatz)

Wartung und Lebensdauer moderner Haustechnik

Weniger Wartungsaufwand:

Strombasierte Systeme wie Infrarotheizungen benötigen kaum Wartung, da keine beweglichen oder wasserführenden Komponenten vorhanden sind.

Geringerer Materialeinsatz:

Einfachere Technik führt zu weniger Ersatzteilen und reduziertem Ressourcenverbrauch über den Lebenszyklus.

Längere Nutzungsdauer:

Viele strombasierte Systeme haben in der Regel eine hohe Lebensdauer, da sie mechanisch weniger belastet werden.

Weniger Ausfallrisiken:

Weniger komplexe Heizsysteme bedeuten meist weniger Verschleiß und dadurch geringere Reparaturanfälligkeit.

Reduzierte Betriebskosten:

Geringe Wartungs- und Reparaturkosten senken die laufenden Ausgaben langfristig.

Nachhaltige Gesamtbilanz:

Weniger Wartungsfahrten, Materialtausch und technischer Aufwand verringern die graue Energie über die gesamte Nutzung hinweg.

Kann ich energieeffizientes Bauen fördern lassen?

Energieeffizientes Bauen kann je nach Maßnahme durch staatliche Förderprogramme unterstützt werden. Besonders im Bereich Sanierung stehen vielfältige Zuschüsse und zinsvergünstigte Kredite zur Verfügung, während die Förderung im Neubau aktuell stärker eingeschränkt ist. Da sich Förderbedingungen, Budgets und Fristen regelmäßig ändern, lohnt sich eine frühzeitige Prüfung, ob das geplante Projekt den Kriterien für ein Effizienzhaus oder für einzelne Maßnahmen entspricht. Auch wenn Fördermittel nicht immer verfügbar oder passend sind, kann energieeffizientes Bauen durch die geringeren Betriebs- und Energiekosten langfristig finanziell attraktiv bleiben.

Fazit

Die Anforderungen an die Gebäudehülle werden immer höher. Ein Gebäude soll so wenig wie möglich Luft nach außen lassen, um einen Energie- und Wärmeverlust zu verhindern. Verordnungen wie die GEG geben für die Sanierung oder den Neubau konkrete Richtwerte vor, die durch unterschiedliche Maßnahmen erreicht werden sollen. Eine dichte Gebäudehülle bringt in Anbetracht der Betriebskosten außerdem einen wesentlichen Kostenvorteil mit sich. Der Nachteil entsteht durch den mangelnden natürlichen Luftaustausch. Dieser Nachteil kann durch den Einbau eines automatischen Lüftungssystems ausgeglichen werden. Vor allem dezentrale Lüftungssysteme sind nicht nur für den Neubau, sondern auch für die Nachrüstung eines Bestandsgebäudes geeignet.

Häufig gestellte Fragen zu energiesparendem Bauen

Energiesparender und nachhaltiger Hausbau bedeutet, ein Haus so zu planen und umzusetzen, dass es dauerhaft wenig Energie verbraucht und gleichzeitig die Umwelt schont. Dazu gehören eine hochwertige Gebäudehülle, moderne Haustechnik, eine effiziente Lüftung sowie eine möglichst nachhaltige, eigene Stromproduktion. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) definiert die wichtigsten Anforderungen.

Eine luftdichte Gebäudehülle reduziert Wärmeverluste, senkt die Heizkosten und sorgt dafür, dass ein Haus im Winter deutlich weniger Energie benötigt. Gleichzeitig verbessert sie das Raumklima und schützt das Gebäude langfristig vor Feuchteschäden. Für nachhaltige Häuser ist sie ein zentraler Baustein.

In sehr dichten Häusern findet kaum natürlicher Luftwechsel statt – deshalb ist ein Lüftungssystem notwendig. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für frische Luft, schützt die Bausubstanz und reduziert die Heizlast. Das macht die Planung der Haustechnik effizienter, da Heizungs- und Lüftungssystem optimal dimensioniert werden können, einfacher durch die klare Abstimmung der Komponenten und nachhaltiger durch geringeren Energieverbrauch und niedrigere Betriebskosten.

Ja. Eine Photovoltaikanlage ermöglicht es, einen großen Teil des Energiebedarfs selbst zu decken – besonders bei Häusern mit sehr niedrigem Verbrauch. Das macht den Hausbetrieb unabhängig von steigenden Energiepreisen in Deutschland, verbessert die Umweltbilanz und unterstützt ein nachhaltiges Gesamtkonzept im Hausbau.
Das hängt von der Heizlast ab. In modernen Effizienzhäusern mit Wärmerückgewinnung ist die Heizlast so gering, dass strombasierte Systeme (z. B. Infrarotheizung + Warmwasser-Wärmepumpe) oft ausreichend sind. Klassische Systeme wie große Wärmepumpen oder wasserführende Heizkreise können in sehr gut gedämmten Gebäuden überdimensioniert sein. Eine professionelle Planung beim Hausbau hilft, die passende Lösung zu finden.
Moderne, einfache Haustechnik verursacht oft deutlich weniger Wartungsaufwand und hat eine längere Lebensdauer. Dadurch werden Kosten, Materialeinsatz und graue Energie reduziert. Das ist ein wichtiger Faktor für nachhaltige Gebäude, die über viele Jahre hinweg umweltfreundlich betrieben werden sollen.
Wer nach Informationen zum energieeffizienten Hausbau sucht, findet wichtige Grundlagen und Informationen beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, in Energieberatungsstellen sowie bei Fachunternehmen für Lüftung, Dämmung und nachhaltige Haustechnik. Für ein individuelles Hausbau-Projekt empfiehlt sich eine qualifizierte Energieberatung.

Wesentliche Faktoren sind:

  • hochwertige Dämmung und luftdichte Bauweise
  • Lüftung mit Wärmerückgewinnung
  • moderne, strombasierte Haustechnik
  • eigene Stromproduktion (PV)
  • langlebige und wartungsarme Systeme
  • ganzheitliche Planung durch Experten

So entsteht ein Haus, das über viele Jahre energieeffizient, wirtschaftlich und umweltfreundlich bleibt.

Für Sanierungen gibt es umfangreiche Förderprogramme (z. B. BEG, KfW). Für Neubauten sind die Möglichkeiten derzeit begrenzter, aber zinsvergünstigte Kredite und einzelne Förderprogramme können dennoch unterstützen. Da sich Programme regelmäßig ändern, sollte man frühzeitig prüfen, welche Förderung zum geplanten Hausbau passt.

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