Lüftungskonzepte für die Lüftungsplanung

 

 

Die Entwicklungen der letzten Jahre führten im Neubau und nach Modernisierungen zu einer immer luftdichteren Gebäudehülle (Fassade, Fenster, Dach). Klares Ziel dabei ist es, Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig ist jedoch ein Luftwechsel zwingend erforderlich, um eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Inneren und die damit einhergehende Gefahr der Schimmelbildung zu vermeiden. Aus diesem Grund regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV), dass ein „zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderlicher Mindestluftwechsel sichergestellt ist“ (EnEV 2014, § 6 Abs. 2). Um diesen zu ermitteln, muss ein sogenanntes Lüftungskonzept erstellt werden. Das Konzept wird für alle Neubauten gefordert sowie bei der Sanierung von Ein- und Mehrfamilienhäusern, wenn über ein Drittel der Fenster ausgetauscht werden oder es zu einer größeren Dachsanierung kommt mit mehr als einem Drittel der Dachfläche. Ein einfacher Hinweis auf regelmäßiges Fensterlüften durch den Nutzer ist laut EnEV unzulässig.

Konkret wird mit dem Lüftungskonzept überprüft, ob der Luftvolumenstrom über Undichtigkeiten der Gebäudehülle (Infiltration) größer als der für den Feuchteschutz notwendige Luftwechsel ist. Ist dies nicht der Fall, besteht die Pflicht zur Umsetzung lüftungstechnischer Maßnahmen. Diese Maßnahmen umfassen technische Lösungen zur freien oder ventilatorgestützten Lüftung, die zur Sicherstellung eines nutzerunabhängigen Luftaustauschs dienen.

 

Produktion eines Keramikwärmespeichers von inVENTer

Berechnung des Luftaustausch-Bedarfs

Als Faustformel ist ein Luftaustausch von 30 Kubikmetern pro Person und Stunde erforderlich. Das gängige Verfahren zur Berechnung des notwendigen Außenluftvolumenstromes ist das sogenannte Pettenkofer-Verfahren. Dabei wird insbesondere die durch den Menschen ausgeatmete Menge Kohlendioxid (CO2) berücksichtigt. Diese liegt durchschnittlich bei 20 Liter CO2 pro Stunde (VCO2 = 0,02 m3/h).

Zum Einsatz kommt folgende Formel:

Lüftungsplanung - Berechnung des Luftaustauschbedarfs

Bedeutung:

  • VCO2               02-Menge
  • VAU                  Erforderlicher Außenluftvolumenstrom
  • k CO2 zul         Zulässige CO2-Konzentration im Raum
  • k CO2 AU         Konzentration von CO2 in der Außenluft


Dabei beträgt der Wert für die zulässige CO2-Konzentration im Raum:

  • kCO2 zul = 1000 cm3 CO2 / m3 Luft

In der Außenluft ist in der Regel eine Konzentration von 300 bis 400 Kubikcentimeter CO2 pro Kubikmeter Luft enthalten. Üblicherweise wird für die Berechnung eine Konzentration von angesetzt.

  • kCO2 AU = 0,00035 cm3 CO2 / m3  Luft

Gemäß diesen Vorgaben ergibt sich für einen 4-Personen-Haushalt ein erforderlicher Außenluftvolumenstrom von insgesamt rund 123 Kubikmeter pro Stunde:

Feuchteschutz durch Luftwechsel berechnen

 

Lüftungsplanung - Beispielberechnung für einen Luftaustausch



Wasserdampfmenge im einer Familie

Feuchteschutz durch Luftwechsel anhand eines Beispiels

Eine vierköpfige Familie produziert täglich eine Wassermenge von 6.000 – 12.000 Gramm, d.h. bis zu 12 Liter Wasser. Dies entspricht einem gut gefüllten Wassereimer. Bei nach energetischen Standards abgedichteten Häusern reicht eine regelmäßige Fensterlüftung nicht mehr aus, um die Luftfeuchtigkeit ausreichend zu regulieren, da sonst alle zwei Stunden gelüftet werden müsste – auch nachts, während der Arbeit oder während der Urlaubszeit. Eine automatische Lüftung ist in diesen Fällen unumgänglich.


Datenerfassung zur Erstellung eines Lüftungskonzepts

Lüftungsplanung und Lüftungskonzept von inVENTer

Relevant für die Datenerfassung zum Gebäude bei der Erstellung eines Lüftungskonzepts sind im ersten Schritt die geografischen Bedingungen. Mit Abgleich der Postleitzahl eines Hauses mit einer Windkarte wird festgestellt, ob sich das Gebäude in einer windstarken oder -armen Region befindet. Dies erfolgt durch einen Abgleich mit den Daten des Deutschen Wetterdienstes. Ein weiterer Punkt ist die Fassadenausrichtung mit ihren Fenstern, um sicherzustellen, dass eine freie Lüftung möglich ist. Diese kann nur dann erfolgen, wenn eine Nutzungseinheit mindestens zwei Fassadenseiten mit Fenstern hat. So kann die Luft von der einen Fassadenseite zur anderen mit Hilfe natürlicher Kräfte wie Wind und Temperaturdifferenzen strömen (Durchzug). Es folgen Angaben zum Wärmeschutz und den Geschossen der Wohn- oder Nutzungseinheit. Dabei unterscheidet man zwischen eingeschossig und mehrgeschossig verbundenen Wohneinheiten.

Mit den abschließenden Angaben zu Wohnfläche, der Anzahl der Räume sowie deren Zuordnung in die drei Nutzungskategorien Feuchtraum (Küche oder Bad), Wohnraum (Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer) und Nebenraum ist die Datenerfassung vollständig.

 

Eckdaten der Lüftungsplanung

Die Planungsvorschläge für eine optimale Lüftung basieren auf allgemein gültigen Normen. Dazu zählen die Normen DIN 4701-10 zur energetischen Bewertung des Gebäudes, die DIN 18017-3 für innenliegende Bäder sowie die DIN 1946-6 für die freie und ventilatorgestützte Lüftung von Wohnungen. Hinzu kommen die Vorgaben der EnEV und Vorgaben für Förderungen, beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Außerdem werden individuelle Kundenwünsche bei der Planung berücksichtigt. Schließlich fließen die technischen Daten der eingesetzten Lüftungsanlagen in die Lüftungsplanung mit ein.

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Darauf sollten Sie bei der Lüftungsplanung unbedingt achten

inVENTer als Anbieter dezentraler Lüftungsanlagen liefert seinen Kunden Lüftungskonzepte und darauf abgestimmte Planungsvorschläge, die sich optimal an den tatsächlichen Nutzungsbedingungen orientieren. Dezentrale Lüftungssysteme mit reversierenden Ventilatoren erfordern einen ausgeglichenen Luftvolumenstrom, der in der Regel über den paarweisen Betrieb gewährleistet wird. Im Modus Wärmerückgewinnung findet hier alle 70 Sekunden ein Richtungswechsel des Ventilators statt, wobei der Keramikkern als Wärmespeicher abwechselnd aufgeladen bzw. entladen wird. Die Berechnungen basieren auf den halbierten Luftvolumenströmen der jeweiligen Geräte, da die Anlage später auch standardmäßig im Modus Wärmerückgewinnung läuft und durch den Pendelbetrieb nur in der Hälfte der Betriebszeit Luft tatsächlich abgeführt wird. Darauf sollten Kunden generell achten, wenn Sie Lüftungskonzepte für Ihre Bauprojekte beauftragen.

Lüftungskonzept und Beratung
Lüftungsplanung - Was muss ich beachten?

Im Vergleich zu zahlreichen Wettbewerbern setzt inVENTer bewusst nicht die höchste Leistungsstufe von 100 Prozent an. Sie dient in der Regel nur zur Bewältigung von Lastspitzen und ist nicht für den dauerhaften Betrieb angedacht. Ebenfalls finden reine Abluftsysteme in der energetischen Betrachtung Berücksichtigung. Diese verfügen nicht über Möglichkeiten der Wärmerückgewinnung. Hier wird – wie der Name schon sagt – die Luft nur nach außen abgeführt. Innerhalb der Nutzungseinheit bilden jedoch alle Lüfter im Verbund das vollständige Lüftungssystem. Das ist relevant für die Gesamtberechnung zum Wärmebereitstellungsgrad, da reine Ablüfter diesen aufgrund der fehlenden Wärmerückgewinnung entsprechend abmindern. Im Ergebnis generiert ein Lüftungskonzept von inVENTer reale Wärmebereitstellungsgrade.

Insbesondere für EnEV-Nachweise und die Inanspruchnahme von KfW-Fördermitteln ist das Lüftungskonzept unerlässlich. Auch hier sollten Kunden bei der Lüftungsplanung achten. Bei Interesse an einer qualitativ hochwertigen Lüftungsplanung kontaktieren Sie inVENTer unter:

 

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