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Radonschutz dank Lüftung

Forschungsprojekt „RadonVent“: Dezentrale Lüftung senkt Radonaktivitätskonzentration in Innenräumen

Was ist Radon?

Das chemische Element Radon-222 ist ein radioaktives Edelgas und tritt in Deutschland als natürliches Vorkommen in unterschiedlicher Konzentration im Boden auf. Das Gas ist unsichtbar und kann vom Menschen weder über den Geruch noch geschmacklich wahrgenommen werden. Durch Undichtigkeiten im erdberührten Bereich der Gebäudehülle gelangt es unbemerkt in die Luft und in den Wohnraum und kann die Innenraumluft belasten. Wird eine höhere Radonkonzentration langfristig eingeatmet, kann das gesundheitliche Folgen haben und beispielsweise zu Lungenkrebs führen.

Warum ist Radon so gefährlich?

Das radioaktive Edelgas Radon-222 entsteht im Erdreich und gelangt über die Bodenluft in Gebäude, wo es sich in der Innenluft anreichern kann. Es ist unsichtbar, geruchlos, wobei durch die Atmung die radioaktiven Zerfallsprodukte in der Lunge abgelagert werden können. Diese geben ionisierende Strahlung ab, die langfristig das Risiko für Lungenkrebs erhöht.
Das Bundesamt für Strahlenschutz legt für Deutschland einen Referenzwert von 300 Bq/m³ für den Jahresmittelwert der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Innenraumluft. Wird dieser überschritten, sind geeignete Schutzmaßnahmen nötig – etwa Abdichtungen, Lüftungssysteme oder bauliche Maßnahmen im Rahmen einer Sanierung oder bei Neubauten. So lässt sich die Radonkonzentration in der Luft dauerhaft senken und ein wirksamer Strahlenschutz für Mensch erreichen.

Welche Radon-Schutzmaßnahmen gibt es?

Gemäß Strahlenschutzgesetz gab es ab 2020 erstmals Regelungen zum Schutz vor Radon in Gebäuden mit Aufenthaltsräumen, wie Wohnungen, Kitas und Schulen sowie an Arbeitsplätzen. Diese werden um weitere Anforderungen ergänzt, sollte sich das Gebäude in einem ausgewiesenen Radonvorsorgegebiet befinden.

Zu den im Gesetz und der Verordnung vorgesehenen Schutzmaßnahmen gehören insbesondere:

  • Dichtungsmaßnahmen an erdberührten Bauteilen (z. B. Bodenplatten, Fugen, Leitungsdurchführungen)
  • Verringerung der Radon-222-Aktivitätskonzentration unter dem Gebäude
  • Begrenzung der Rissbildung in Wänden und Böden mit Erdkontakt
  • Absaugung von Radon an Randfugen oder unter Abdichtungen
  • Veränderung der Druckverhältnisse im Gebäude, um das Eindringen von Radon aus der Bodenluft zu verringern

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Strahlenschutz zu verbessern und die Gesundheitsgefahr für Bewohner und Beschäftigte deutlich zu reduzieren. Ergänzend beschreibt die Normenreihe DIN/TS 18117 bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz. Sie konkretisiert die Anforderungen aus Gesetz und Verordnung und zeigt darüber hinaus auf, welche zusätzlichen Möglichkeiten die Lüftungstechnik für einen wirksamen Radonschutz bietet.

Welche Pflichten gelten zum Radonschutz in Deutschland?

Nach dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) mussten alle Bundesländer laut Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit bis zum 31. Dezember 2020 die Gebiete ausweisen, in denen in Gebäuden eine gehäufte Überschreitung des Referenzwertes der Radonkonzentration erwartet wird. Besagter Referenzwert gilt bundesweit und beträgt 300 Bq/m3 für den Jahresmittelwert in Wohngebäuden, Schulen sowie an Arbeitsplätzen. Hohe Radon-222-Aktivitätskonzentrationen treten z. B. in den deutschen Mittelgebirgen und ehemaligen Bergbaugebieten in den Bundesländern Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg auf. Zum Schutz der Bewohner müssen dort gezielte Maßnahmen zur Reduktion umgesetzt werden. Auch Schulen und Arbeitgeber sind verpflichtet, die Einhaltung des Referenzwerts durch eine Messung zu prüfen und ggf. Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Wie hoch ist die Radonkonzentration bei mir zu Hause?

Ob Ihr Wohnort zu einem Gebiet mit erhöhtem Radonvorkommen zählt, können Sie in der interaktiven Radonkarte des Bundesamts für Strahlenschutz nachvollziehen, die die geschätzte durchschnittliche Radon-222-Aktivitätskonzentration in Wohnräumen je Gemeinde zeigt.

Radonschutz dank Lüftung

Radonaktivitätskonzentration durch Lüften senken

Die einfachste Maßnahme zur Reduzierung von Radon-222 ist dabei das Lüften. Eine kontinuierliche Lüftung über geöffnete Fenster birgt jedoch den Nachteil, dass die Räume unangenehm auskühlen. Stetiges Nachheizen ist dabei nicht nur ineffizient, sondern auch teuer. Besonders im Bestandsgebäude oder im Sanierungsfall stellt die dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung darum eine einfache und effiziente Maßnahme dar, einen kontinuierlichen Luftwechsel zu ermöglichen, um die Radon-222- Aktivitätskonzentration abzubauen.

Forschungsprojekt „RadonVent“Wie Lüftungsanlagen Radon in Innenräumen senken können

Das Forschungsprojekt „RadonVent“ hat dazu untersucht, wie sich gefährliche Radonkonzentrationen in Innenräumen durch den Einsatz moderner Lüftungsanlagen wirksam reduzieren lassen. Ziel des Projekts war es, eine technisch ausgereifte und praxistaugliche Lösung zu entwickeln, mit der Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Gebäude dauerhaft vor Radon schützen können, ohne aufwändige Umbauten oder Energieverluste.

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Radon Wohnraumlüftung: Dezentrale Lüftung zur Senkung der Radonaktivitätskonzentration

Gemeinsam mit seinen Forschungspartnern hat das Team der inVENTer GmbH umfangreiche Feldtests in einer Region mit erhöhtem Radonvorkommen durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie dezentrale Lüftungssysteme mit intelligenter Sensorsteuerung die Radonaktivität in der Raumluft verringern können.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Der Einsatz solcher Systeme kann die Radonbelastung spürbar senken und so zu einem gesünderen Raumklima beitragen.
Kernelement der Forschung ist die Kombination aus präziser Sensortechnik, automatischer Steuerung des Luftaustauschs und einer zusätzlichen Abdichtung der Gebäudehülle. Auf dieser Basis entsteht eine intelligente Radon-Lüftungsanlage, die sich künftig einfach nachrüsten lässt und sowohl in Neubauten als auch im Bestand einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz in Wohn- und Arbeitsräumen leisten kann.

Lüftungssysteme bei Radonkonzentration

Gut zu wissen!

Die Wirksamkeit dezentraler Lüftungssysteme zur Reduzierung der Radon-222-Aktivitätskonzentration wurde unter anderem auch in einer wissenschaftlichen Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) untersucht. Die Ergebnisse von Altendorf, Grünewald und weiteren Forschern (2022) zeigen, dass sich die Radonbelastung in Wohnräumen durch gezielte Lüftung um bis zu 80 % senken lässt.

Zur Studie

Außerdem...

... zeigen ergänzende Untersuchungen, dass sich die Wirkung dezentraler Lüftungssysteme zur Radonminderung auch mithilfe moderner Strömungssimulationen (CFD) realistisch abbilden und optimieren lässt. Weitere Informationen dazu finden Sie in dieser Studie:

Lesen

Wie kann man Radon messen?: Messung des Radonvorkommens mit Lüftungssystemen von inVENTer

Um die Wirksamkeit dezentraler Lüftungssysteme zur Reduzierung von Radon zu überprüfen, führten die Forscher von inVENTer im Rahmen des Projekts „RadonVent“ umfangreiche Messungen in radonbelasteten Gebäuden durch. Für die praktische Erprobung wurde eine unbewohnte Versuchswohnung in einer Region mit hohem Radon-222-Vorkommen ausgewählt. Dort wurde kontinuierlich untersucht, wie sich die Radonaktivitätskonzentration mit und ohne aktive Lüftung veränderte.
Messung des Radonvorkommens
Messung des Radonvorkommens
Messung des Radonvorkommens
Messung des Radonvorkommens

Bereits in den ersten Vorversuchen zeigte sich, dass der Einsatz von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung – wie beispielsweise dem iV14-Zero – die Radonkonzentration in der Raumluft deutlich senken konnte. Die Messergebnisse belegten insgesamt, dass dezentrale Lüftungssysteme die Radonwerte spürbar reduzierten.

Die im Projekt gewonnenen Daten wurden durch weitere Feldtests, Simulationen und Berechnungen wissenschaftlich ausgewertet. Ziel war es, eine vollständig erprobte und praxisnahe Lösung zu entwickeln, die sich für unterschiedliche Gebäudetypen und Belastungssituationen eignet. Besonders in Bestandsgebäuden erwies sich diese Technik als vorteilhaft: Sie ließ sich vergleichsweise einfach nachrüsten und stellte zugleich eine gesunde Raumluftversorgung ohne nennenswerten Energieverlust sicher. Damit leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einem einfachen, sicheren und intelligent gesteuerten Radonschutz in Wohn- und Arbeitsräumen.

FazitDie wichtigsten Radon-Schutzmaßnahmen

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass moderner Radonschutz heute mit durchdachter Lüftungstechnik wirksam und praxisnah umgesetzt werden kann. Eine gezielt eingesetzte Lüftungsanlage ermöglicht einen kontinuierlichen Luftaustausch und senkt erhöhte Konzentrationen von Radon zuverlässig. Damit wird ein nachhaltiger Schutz vor Radon erreicht – unabhängig vom Nutzerverhalten und ohne unnötige Energieverluste.

Radonmessung durchführen:

Grundlage jeder Schutzmaßnahme ist die Messung der Radonkonzentration in Innenräumen – idealerweise über einen Zeitraum von einem Jahr, alternativ z.B. über drei Monate in der Heizperiode, um verlässliche Durchschnittswerte zu erhalten.

Kontrollierte Lüftung installieren:

Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für kontinuierlichen Luftaustausch und senkt dauerhaft die Radonbelastung – besonders effektiv in Radonvorsorgegebieten.

Bodenplatten und Keller abdichten:

Bei Neubauten sollten in betroffenen Gebieten radondichte Folien oder spezielle Abdichtungssysteme unter der Bodenplatte eingeplant werden.

Undichtigkeiten abdichten:

Risse, Fugen und Durchführungen im Keller- und Bodenbereich sollten sorgfältig abgedichtet werden, um das Eindringen von Radon aus dem Erdreich zu verhindern.

Druckverhältnisse regulieren:

Durch Lüftungs- oder bauliche Maßnahmen kann ein leichter Überdruck im Gebäude erzeugt werden, der das Eindringen von Radon vermindert.

Langfristige Überwachung:

Nach erfolgten Maßnahmen empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Radonwerte, um den nachhaltigen Erfolg zu sichern.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Radon und Lüftung

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das aus dem Boden in Gebäude eindringen kann. Es ist farb- und geruchlos und kann bei langfristiger Belastung Lungenkrebs verursachen. Besonders in Erdgeschoss- und Kellerräumen kann sich Radon anreichern.
Der sicherste Weg ist eine Radonmessung. Dafür gibt es Messgeräte oder Test-Kits, die über mehrere Wochen oder Monate eingesetzt werden. In Deutschland sind außerdem sogenannte Radonvorsorgegebiete ausgewiesen, in denen eine erhöhte Gefahr besteht.
Das Strahlenschutzgesetz legt einen Referenzwert von 300 Bq/m³ fest. Wird dieser Wert im Jahresmittel überschritten, sollten Maßnahmen zur Reduktion getroffen werden.
Eine dezentrale Lüftungsanlage sorgt für kontinuierlichen Luftaustausch und verhindert, dass sich Radon in Innenräumen anreichert. Moderne Systeme mit Wärmerückgewinnung halten dabei die Wärme im Haus – Radonschutz und Energieeffizienz zugleich.
Das Projekt „RadonVent“ erforscht, wie intelligente, sensorgesteuerte Lüftungssysteme Radon automatisch erkennen und durch gezielten Luftaustausch reduzieren können. Ziel ist eine praxistaugliche Komplettlösung für Neubauten und Bestandsgebäude.
Nein. Dezentrale Lüftungssysteme können meist ohne große Eingriffe in die Bausubstanz installiert werden. Das macht sie besonders attraktiv für die Nachrüstung in bestehenden Gebäuden.

Eine zuverlässige Messung sollte über die Dauer von einem Jahr erfolgen, alternativ kann sie in drei Monaten der Heizperiode durchgeführt werden. So lassen sich aussagekräftige Durchschnittswerte ermitteln.

Neben der Lüftung helfen auch die Abdichtung von Rissen und Fugen, radondichte Bodenplatten und regelmäßige Kontrolle der Radonwerte dabei, die Belastung dauerhaft niedrig zu halten.

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