GEG - GebäudeenergiegesetzDas neue GEG vereinigt das Energiespargesetz, die ENEV und das EEWärmeG

GEG ist das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“ und löste am 01.11.2020 die bis dahin geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) ab.

Das neue Gebäudeenergiegesetz verbindet Energieeffizienz und Energieversorgung von Gebäuden und setzt gleichzeitig die EU-Gebäuderichtlinie um, welche Neubauten ab 2021 nur noch als Niedrigstenergiegebäude genehmigen lässt.

Das GEG soll das Energieeinsparrecht für Gebäude weiter vereinheitlichen und führt dabei das Energieeinspargesetz, die EnEV und das EEWärmeG zu einem Gesetz zusammen. 

Referenz-Mistelbach-03

Vorgänger des Gebäudeenergiegesetzes

Bereits in den 70er-Jahren wurden Energieeinsparverordnungen verfasst, um die BRD von fossilen Brennstoffen wie Heizöl unabhängig zu machen.
1976 wurde das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), 1977 die Wärmeschutzverordnung (WärmeschutzV) und 1978 die Heizungsanlagen-Verordnung (HeizAnlV) verordnet.
Das GEG vereinigt neben der EnEV-Reglungen, welche die Verordnungen aus den Jahren 1977 und 1978 ablöste, auch die Vorschriften des Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und die des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Welche Neuerungen kommen mit dem GEG?

Die einheitlichen Anforderungen des GEG wie baulicher Wärmeschutz, die Nutzung erneuerbarer Energien sowie Energieeffizienz sollen der Bundesregierung helfen, ihre Klimaziele einzuhalten.

Beispiele hierfür wären:

Ein Niedrigstenergiegebäude ist nach internationalen Richtlinien ein Gebäude, welches pro Jahr maximal 70 Kilowattstunden beim Heizenergiebedarf benötigt.

Hier wird das Einhalten der Anforderungen nach Fertigstellung des Gebäudes dokumentiert.

Hier wird das Quartier als Ganzes betrachtet, sodass einzelne Gebäude von den energetischen Anforderungen abweichen dürfen. Ziel ist es, dass Umbaukosten bei bestehenden Gebäuden reduziert werden und hocheffiziente Gebäude im selben Quartier energetisch saniert werden.

Biomethan wird nun als Gasbrennwertheizung genehmigt, sofern die Hälfte des Energiebedarfs des Gebäudes mit Biomethan gedeckt wird. Der Primärenergiefaktor sinkt dabei von 1,1 auf 0,7 und ist somit nicht mehr mit Erdgas gleichgestellt.

Hier gibt es einige Ausnahmen, die Ölheizungen auch nach 2026 noch billigen:
Es dürfen Ölheizungen verwendet werden, wenn keine anderen Wärmequellen wie Fernwärme oder erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Ebenso werden Hybridanlagen genehmigt, die beispielsweise für Grundlasten eine Wärmepumpe besitzen und als Spitzenlastheizung die Ölheizung verwenden.

Hierfür sind durch das GEG nun auch freiberufliche tätige Energieberater zugelassen.

Der erzeugte Strom der PV-Anlage kann nun als Effizienzmaßnahme angerechnet werden.

 

Welche Anforderungen bringt das GEG mit sich?

Das GEG gilt für alle beheizten und klimatisierten Gebäude.
Dabei bezieht sich der größte Teil des Gesetzes auf Neubauten.

Anforderungen an Neubauten:

Primärenergiebedarf = Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes, der für die Lüftung, Warmwasserbereitung, Heizung und Kühlung entsteht. Neben dem Energiegehalt der eingesetzten Energieträger und dem elektrischen Strom werden vorgelagerte Prozessketten mit einbezogen.

Für Neubauten beträgt der maximale Wert des Jahres-Primärenergiebedarfes 75% des für sein das Referenzgebäude berechneten Wertes.

Durch Transmission darf der Wärmeverlust durch die Gebäudehülle nur kleiner / gleich sein als der Wert des entsprechenden Referenzgebäudes.

In der Energiebilanz werden Wärmeverluste durch Anschlüsse mitberücksichtigt, jedoch sollten derartige Verluste so gering wie möglich und wirtschaftlich vertretbar sein.

In den heißen Jahreszeiten darf das Gebäude nicht zu warm werden. Mit Hilfe der normierten Methode können rechnerische Belege geführt werde.

Die Gebäudehülle bedarf für z.B. die Heizung einen Mindestluftwechsel, muss aber dauerhaft dicht und luftundurchlässsig sein.

Anforderungen bei Sanierung:

Die GEG gibt bei Modernisierungen Mindeststandards vor, welche Sie bei baulichen Maßnahmen einhalten müssen.
Wenn Sie lediglich Bauteile wie Fenster erneuern möchten, gibt es hierfür beispielsweise Anforderungswerte bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten.
Wenn eine umfangreiche Sanierung geplant ist, bedarf es einer energetischen Gesamtbilanzierung.

Der Primärenergiebedarf darf bei sanierten Gebäuden höher ausfallen als bei einem entsprechenden Neubau. Maximal sind 85% mehr genehmigt.

Ausnahmen beim Gebäudeenergiegesetz

Das Gebäudeenergiegesetz gilt nicht für jedes Gebäude:

Gebäude, die der Tierhaltung dienen

Unterirdische Bauwerke

Gebäude für religiöse Zwecke

Gebäude, deren Innentemperatur unter 12 Grad liegt

Wohngebäude, deren Nutzungsdauer jährlich limitiert ist

Traglufthallen, Zelte und temporär errichtete Gebäude

Großflächige Betriebsgebäude, die langandauernd offengehalten werden müssen

Fazit

Da im Winter 2022 hohe Heizkosten aufgrund des Krieges zu erwarten sind, ist das Gebäudeenergiegesetz GEG nicht nur ein politisches Instrument, um die Ziele des Energie- und Klimaschutzes zu erreichen, sondern hilft auch jedem Hauseigentümer, seinen Besitz energetisch effizient zu halten.